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Presseberichte & Aktivitäten · Berichte 2020

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Ernst Matthiesen von mawi media arbeitet für „Treckerfahrer dürfen das“ (NDR), und produzierte die Reportagen über den Lanz-Bulldog-Club auf der Bremen Classic Motorshow 2020, die auf den Facebook- und Instagram-Accounts von „Treckerfahrer dürfen das“ zu sehen sind.

Er ist ein bißchen schmal um die Hüften, aber eben ein Lanz, nicht wahr? Gesehen auf der Bremen Classic Motorshow am...

Gepostet von Treckerfahrer dürfen das am Montag, 3. Februar 2020
mawi media Filmproduktion

Lanz-Bulldog-Club auf Platz 1 von 100 Ständen. Zur Bildergalerie

Bremen Classic Motorshow 2020

„Feueralarm“ auf der Messe

Ein Bericht von unserem Pressesprecher Andreas Rathjen

Der offizielle Saisonstart für uns vom Lanz-Bulldog-Club ist seit vielen Jahren die Bremen Classic Motorshow, welche am ersten Februarwochenende in den Messehallen der Stadt Bremen ausgetragen wird. Weit über 40.000 Besucher lassen es sich nicht entgehen, wenn die BCM die Pforten öffnen und man sich den Saisonstart versüßen kann. Die diesjährige BCM stand unter dem Motto „Rivalen“. Es wurden unter anderem VW gegenüber Opelmodelle gestellt, Ferrari gegenüber Porsche 911, Opel Rekord gegenüber Ford „Badewanne“ und viele mehr. Die Sondershow im Zweiradbereich bezog sich auf Motorroller. Marken, die wir noch nie gesehen hatten, wurden ausgestellt. Wie immer sehr interessante Fahrzeugmarken und Arten wurden zusammengetragen.
 

Letztes Jahr bestand unser Messestand aus einer Molkerei mit Anlieferszene, die Organisation der Milchkannen war gar nicht so einfach, da wir uns vorstellten, eine größere Anzahl von Milchkannen mit auszustellen. Dieses Jahr sollte aus dem Molkereigebäude eine Mühle werden, welche im Feuer steht und mit Feuerwehranhängern, sogenannten Tragkraftspritzenanhänger (genannt TSA im Feuerwehrjargon) gelöscht werden soll. Früher war es üblich, in kleineren, vor allem ländlichen Ortschaften TSA für die Wehren zu Verfügung zu stellen. Sie wurden entweder per Hand, später mit Pferden und als die Motorisierung der Landwirtschaft begann, mit Schleppern zum Einsatzort gebracht. Eine motorbetriebene Feuerwehrpumpe nebst Saug- und Druckschläuche sowie sämtliche Armaturen für die Wasserversorgung befanden sich am Bord der Anhänger. Erst sehr viel später bekamen die Wehren selbstfahrende Löschfahrzeuge, es gibt allerdings immer noch Orte in Deutschland, welche „nur“ einen TSA besitzen, mit denen sie zum Einsatz fahren.
Die Anzahl und das Organisieren der TSA gestaltete sich im Vergleich zu den Milchkannen als sehr viel einfacher, die Freiwillige Feuerwehr aus unserem Clubort Oyten stellte ihren museal erhaltenen TSA aus den Dreißigerjahren mit Holzspeichenräder nebst Zubehör zur Verfügung. Zudem bekamen wir von der Wehr einen gasbetriebenen Arbeitsscheinwerfer, zwei Schaufensterpuppen in Feuerwehruniform und einiges mehr leihweise von ihnen. Unser Clemens, auch Mitglied bei der Feuerwehr Oyten, transportierte alles in die Ausstellungshalle. Vielen Dank an dieser Stelle an Jens Rebers, Ortsbrandmeister in Oyten, sowie Rene Braber, welche uns die Exponate zusammenstellten. Ein zweiter TSA, Baujahr 1943, wurde von der Feuerwehr Hagen-Grinden durch unser Clubmitglied Christoph organisiert. Auch er ist als aktiver Feuerwehrmann bei der Wehr in Langwedel aktiv. Christoph, auch bei Dir und der Wehr Hagen-Grinden möchten wir uns vom Club bedanken.
Am Mittwoch vor dem Messestart begann der Aufbau unserer „Einsatzstelle“. Zwei kleinere Bulldogs sollten als „Feuerwehr- Zugfahrzeuge“ vor den Anhängern gespannt werden. Wir entschieden uns für Clemens seinen lütten 1106 Bulli und für Rainers 2206 Halbdiesel. Rainer kam per Achse bei bestem, strahlenden Regen bei uns an – von Scharmbeck-Stotel nach Bremen ohne Dach und Windschutzscheibe eine sehr feuchte Angelegenheit. Unser Gebäude wurde umgebaut und aus der Molkerei wurde die Mühle Lanzdorf, mit brennendem Fenster und abgefackeltem Dachstuhl. Ferner wurde eine Straßensperre aufgebaut, vor der Carstens Berlin-Roller und Andis Moto Guzzi „im Stau“ standen.
Hier eine kleine Technik- Geschichte der Fahrzeuge: Carstens IWL SR59 Berlin war ein Motorroller, der von 1959 bis 1963 im VEB Industriewerk Ludwigsfelde gebaut wurde. Im internationalen Vergleich der 150er Motorroller nahm der Roller Berlin bei seinem Erscheinen eine führende Position ein. Er war mit insgesamt fast 114.000 Exemplaren der meistgebaute große Motorroller der DDR.
Andis Guzzi, Typ Superalce, ist das Brudermodel zur zivilen Falcone mit 500 qcm. Sie wurde als Militär- und Behördenmaschine verkauft und erfreute sich großer Beliebtheit im Italien der Fünfzigerjahre. In den Dreißigerjahren für das Militär entwickelt wurde sie, mit steten Verbesserungen bis in die Mitte der Fünfzigerjahre in Mandello del Lario, Lombardei, Norditalien, gebaut.
Der von Clemens mitgebrachte Ende der Fünfzigerjahre gebaute Bulli D 1106 ist ein 11-PS-Schlepper von Lanz. Die Zielgruppe waren kleine Betriebe, die sich bis dahin noch nicht von ihren Pferdegespannen getrennt hatten. Der verwendete Triumph-Motor war schon aus dem Modell D 1306 bekannt. Der als „Bulli“ bezeichnete Schlepper wurde, für Lanz ungewöhnlich, in Halbrahmen-Bauweise gefertigt. Diese Bauweise ließ aber den Einsatz von Zwischenachs-Geräten zu. Im Gegensatz zu den anderen Volldiesel-Typen behielt der D 1106 seine Farbgebung „Lanz-Blau“ bis zum Produktionsende. Sein Nachfolger war in den John Deere-Farben gehalten und erhielt als D 1206 eine eigene Typenbezeichnung. Beide Ausführungen waren baugleich.
Rainers Lanz D 2206 war, abgesehen von der Bereifung, fast baugleich mit seinem kleineren Bruder Lanz D 1706. Durch eine Drehzahlerhöhung von 100 U/min. wurde er auf 22 PS gebracht. Zudem war es ein Lanz D 2206, der am 9. Februar 1953 als 150.000er Schlepper das Werk verließ. Er wurde von 1952 bis 1955 mit über 6000 Stück produziert. Er gilt als Nachfolger der kleineren Glühkopf-Bulldogs mit 5-Liter-Motor.
Am Donnerstagabend war alles fertig, um den Messestart am Freitag beginnen zu können. Und dieser begann mit Kaffeekochen und mitgebrachten Brötchen. Schnell füllten sich die Hallen mit Besuchern, viele kamen auf unseren Stand und freuten sich über die Abwechslung an Fahrzeugen und das Thema selbst. Selbst Keno Veith, der „schwatte Ostfriese“, wie er sich nennt, ließ es sich nicht nehmen, uns zu besuchen. Auch unsere Holsteiner Freunde aus Bahrenfleth besuchten uns mit einer kleinen Abordnung, was uns sehr freute. Wir hatten viel Spaß am Stand. Am Samstagabend nahm der Großteil unserer Mannschaft an der After Show Party teil, die Stimmung war auch hier super.
Unser Stand kam sehr gut an, bei der Preisverleihung von den zirka hundert Ausstellern der Messe machten wir Platz 1 plus üppiger Siegprämie, was uns sehr freute. Dieses ist natürlich nur möglich mit einer sehr gut funktionierenden Club-Mannschaft nebst externen Mitwirkenden. Liebe Clubmitglieder, wir vom Vorstand sind sehr stolz auf Euch, danke für die geleistete Arbeit.
Am Sonntagabend um 18 Uhr endete die Show, ab 19 Uhr durften wir mit unseren Gespannen in die Halle und verluden die Messesegmente nebst Fahrzeugen. Übrigens, den Brand konnten wir doch nicht löschen, alles verkohlt, kam irgendwie kein Wasser aus den Schläuchen…
Um 22 Uhr verließ das letzte Auto-Anhänger-Gespann die Halle. Und das war sie wieder, die BCM. Lange Planungen und Ideen fließen im Vorfeld ein, und ruck-zuck, ist leider und viel zu schnell alles wieder vorbei.
Doch die Vorfreude auf das nächste Jahr ist geweckt, nach der Messe ist vor der Messe. Durch den ersten Platz sind wir sehr motiviert und die ersten Planungen für nächstes Jahr laufen schon.
Liebe Oldtimerfreunde, wir sehen uns nächstes Jahr wieder auf der Messe…

Euer Lanz-Bulldog-Club Oyten
 
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11. Januar 2020

Ich und mein Holz

Alttraktorfreunde Westküste veranstalten Wintertreffen im hohen Norden

(ar). Wer kennt das nicht, nach Weihnachten und Silvester hat man gefühlsmäßig zirka 30 kg zugenommen und wundert sich über einen doch sehr expandierten Unterleibsumfang. Diese Gedanken müssten eventuell auch eine Rolle bei den Alttraktorenfreunden der Westküste in Holstein gespielt haben. Denn sie überlegten sich vor zehn Jahren, wie man den Umfang wieder verkleinern kann und so kamen sie auf die Idee, kurz nach dem Jahreswechsel ein Schleppertreffen mit Arbeitseinsatz zu organisieren. Und damit dieses etwas Besonderes darstellen sollte, entschloss man sich, Holz aus dem Wald zu bergen. Heu- oder Getreideernte wie auch Pflügen ist im Winter ja nicht so ganz populär und zeitgemäß.
 

Baumstämme per Seilwinde bergen, abtransportieren und später verarbeiten, war die Idee. Am 11. Januar 2020 stand dieser Termin wieder an, ganz spontan überlegten einige von uns, dort hinzufahren, auch Bauchumfang schmälern. Wir verluden einen kleinen Lanz auf den Autotrailer und reisten nach Burg, Dithmarschen. Bei bestem (kalten) Wetter fuhren wir vormittags los und waren nach zwei Stunden am Ziel. Einige unserer Holsteiner Freunde, welche uns alle zwei Jahre auf dem Backsberg-Treffen besuchen, standen am Eingangsbereich. Wir begrüßten uns und freuten uns, sich nach längerer Zeit wiederzusehen.
In Burg gibt es ein Waldmuseum und in dem dazugehörigen Wald fand das Treffen statt. Hier wurden im Vorfeld Kiefern und Fichte gefällt und entastet. Da das Gelände sehr steil abfällt, ist es kaum möglich, mit dem Schlepper direkt die Stämme zu bergen. Die Baumstämme wurden daher per Seilwinde mit Bergstütze aus dem Unterholz auf einen befestigten Weg hochgezogen. Olaf Reese und Sohn Jorge brachten unter anderem ihren patinierten Halbdiesel mit Anbau-Seilwinde mit, welcher in Aktion scheinbar spielend die Baumstämme hochzog. Hinter ihm stand ein Deutz F1L 514 mit fest angebauter Schlang und Reichart-Winde, äußerst selten. Auch er holte mühelos Stamm für Stamm aus dem Wald. Uns wunderte, wieviel Kraft so eine Treckerwinde aufbringen kann. Schon erstaunlich.
Hier eine kleine Chronik der Firma Schlang und Reichart:
Die Firma Schlang und Reichart wurde 1945 in Marktoberdorf im Allgäu gegründet. Im gleichen Ort wird übrigens seit den 30er Jahren auch der Fendt-Schlepper produziert. Schlang kümmerte sich um die Leitung der Konstruktion, während Reichart sich mehr der Produktion annahm. Nach dem zweiten Weltkrieg fertigte die Firma unter anderem Handwagen, welche sich großer Beliebtheit erfreuten und der Firma einen regen Absatzmarkt bescherten. 1946 begann die Konstruktion und Bau- von Forstseilwinden für den Schlepperbetrieb. Der Typ W1 als Festanbau am Schlepper war die erste Winde dieser Art. Im Gegensatz zu heute wurde diese Winde mit einer Holzkupplung geschaltet. In den 50er Jahren erweiterte man das Produktangebot um Druckluft-Kompressoren, Zapfwellenspritzen, Seilwinden für andere Anwendungen, zum Beispiel für Rettungs- und Militärfahrzeuge und vieles mehr. Maschinen für die Forstwirtschaft wurden ständig weiterentwickelt, erste Rückewagen entstanden in den 70er Jahren. Bis heute produziert Schlang und Reichart für den Forstbereich anspruchsvolle Geräte und Maschinen.
Zurück zum Treffen… Auf dem Weg standen weitere Schlepper, welche die Baumstämme übernahmen und zum Verarbeitungsplatz zogen. Hier wurden sie aufgehäuft oder zu Feuerholz verarbeitet. Unser mitgebrachter Bulldog musste ebenfalls einen Stamm nach oben ziehen. Endlich wurde auch mal der Motor warm. Motorsägenfreunde stellten ihre „Benzingitarren“ aus, teils wurde mit ihnen gearbeitet, mit einer Spezialsäge (kurzes Schwert, welches nach vorne hin spitz zuläuft) wurden Kunstwerke aus dem Holz „geschnitzt“. Bei Kaffee und Waffeln schauten wir dem Treiben zu, wunderten uns über die hohe Besucherzahl. Aber auch relativ viele Schlepperfreunde nahmen teil, der Saisonstart ist im vollen Gange, von wegen Winterschlaf für die Oldtimer. Am späten Nachmittag wurden die letzten Stämme hochgeholt und so langsam neigte sich die Veranstaltung dem Ende entgegen. Wir saßen noch eine gute Stunde mit Tee und Grog bei Olaf im Zirkuswagen und lernten einen älteren Herren kennen, welcher aus Bochum (!) mit einem 2-Zylinder-McCormick und Wohnwagen extra für dieses Treffen anreiste, mit 19 Stundenkilometern und Fritzmeyer-Verdeck. Aussage gegenüber der zu Hause gebliebenen Ehefrau war: „Ist ja eh nix los, und soo kalt ist es auch nicht“ …Stimmt, den Winter kennen wir auch anders, vor allem viel kälter.
Wir vom Club waren uns einig und beschlossen, nächstes Jahr wieder zu kommen. Tolle Idee der Alttraktorenfreunde Westküste, ein Treffen im Winter zu machen, hat doch etwas sehr rustikales. Der Bauchumfang indes hat sich unbeeindruckt gezeigt, andere gute Vorsätze fürs neue Jahr müssen hier wohl doch für Abhilfe sorgen…

Euer Lanz Bulldog Club

Hier geht's lang zum Video von FilmDich: Wintertreffen Burg 2020

2020 · Alle Rechte vorbehalten. © Lanz-Bulldog-Club Oyten-Backsberg · © Gestaltung: Atelier Hübinger

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